Weiterreise anerkannter Flüchtlinge von Griechenland nach Deutschland

Die Lebensumstände für anerkannte Geflüchtete in Griechenland sind katastrophal, meist leben sie obdachlos auf der Straße, ohne Zugang zu Unterstützungssystemen. Aus diesem Grund reisen immer mehr anerkannte Flüchtlinge aus Griechenland aus und beispielsweise nach Deutschland ein, um hier erneut einen Asylantrag zu stellen. Während Union und FDP darauf beharren, dass die Schutzsuchenden unter diesen menschenunwürdigen Bedingungen weiter in Griechenland bleiben, fordern Pro Asyl, die Linken und die Grünen eine Aufnahme der Menschen in Deutschland.

Luise dazu in einem Artikel der WELT:

„Den anerkannten Flüchtlingen dort geht es zum Teil noch schlechter als in den griechischen Hotspots“, sagt sie WELT. „Viele leben in der Obdachlosigkeit.“ In der Folge ziehen viele anerkannte Flüchtlinge weiter – Richtung Deutschland, und zwar in wachsender Zahl.

„Es wäre politisch-pragmatisch und juristisch aufgrund der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes geboten, den bereits anerkannten Geflüchteten aus Griechenland eine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland zu geben“, sagt die Grünen-Flüchtlingspolitikerin Amtsberg. Das sei allerdings keine langfristige Lösung. Verständlich seien Befürchtungen, „dass sich dann viele auf den Weg nach Deutschland machen“. Die Bundesregierung müsse sich deswegen auf europäischer Ebene dafür einsetzen, dass Griechenland ein Existenzminimum gewähre. Die Grünen plädierten dafür, das europäische Asylsystem neu aufzubauen. „Die Mittelmeerstaaten sollten nur für die Erstversorgung ankommender
Schutzsuchender zuständig sein, die Durchführung des Asylverfahrens und die Aufnahme müsste aber solidarisch unter den EU-Staaten erfolgen.“