Innenministerium muss sofort handeln! – Mein Schreiben an Innenminister Friedrich

Die Lage der streikenden Flüchtlinge spitzt sich immer mehr zu. Bereits gestern mussten mindestens sieben Personen ins Krankenhaus gebracht werden. Angesichts der dramatischen Situation versuchten Canan Bayram (Grüne im Abgeordnetenhaus Berlin), Uwe Kekeritz (grüner MdB) und ich zwischen den Flüchtlingen und VertreterInnen des Bundesinnenministeriums zu vermitteln.

In meinem Brief ans Bundesinnenministerium, das die Dienstaufsicht für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat, bitte ich Innenminister Friedrich um das sofortige Signal zum Gespräch. Die FAZ und die taz berichteten.

18102013_Foto von Oliver Feldhaus_mit Flüs UL

Mein Brief an den Bundesinnenminister:

Betreff: Flüchtlingsprotest bayrischer Asylsuchender vor dem Brandenburger Tor – Bitte um einen zeitnahen Gesprächstermin

Sehr geehrter Herr Bundesinnenminister,  

ich bin in großer Sorge um die 29 bayerischen Flüchtlinge aus Afghanistan, Äthiopien, Pakistan, Sierra Leone und dem Senegal, die seit dem 9.10. 2013 vor dem Brandenburger Tor in den Hungerstreik getreten sind. Seit Montag, dem 14.10. 2013 befinden sich die 29 Personen in einem trockenen Hungerstreik. Seitdem mussten bereits 13 Personen mit Kreislaufzusammenbrüchen in Krankenhäuser eingeliefert werden. Die Flüchtlingsgruppe hatte am 30.9. 2013, vermittelt von bayerischen Landtagsabgeordneten einen Termin mit dem Präsidenten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Dr. Manfred Schmidt. Dort sollte über die Asylverfahren der Gruppe gesprochen werden. Leider wurde dieser Termin seitens des BAMF kurzfristig abgesagt.

Die Flüchtlinge hatten in dieses Gespräch große Hoffnungen gesetzt – sie hatten gehofft, dass man dort über die Chancen für eine Asylanerkennung bzw. Abschiebungshindernisse sprechen kann.

Wohlwissend, dass Asylverfahren individuelle Prüfungsverfahren sind, möchte ich Sie oder einen Vertreter Ihres Hauses angesichts der sich stündlich weiter zuspitzenden Situation dringend bitten, der Gruppe von Flüchtlingen vor dem Brandenburger Tor zeitnah ein Gesprächsangebot zu unterbreiten.

Dies Wäre ein deutliches und Wichtiges Signal der Gesprächsbereitschaft an die Gruppe der Flüchtlinge und Würde helfen, die Situation zu deeskalieren.

 

Mit freundlichen Grüßen

Luise Amtsberg