Cash for Work zur Fluchtursachenbekämpfung – nur kurzfristige Symptomlinderung

Dass die Bundesregierung aufnehmende Gemeinden unterstützt ist absolut notwendig und richtig. Wenn in einem Land, wie dem Libanon beispielsweise, Flüchtlinge mehr als ein Viertel der Bevölkerung darstellen, dann müssen andere Länder bei der Unterbringung und Versorgung unterstützen, das ist ganz klar. Cash for Work kann unter bestimmten Bedingungen ein Mittel sein, um kurzfristige Beschäftigung und Einkommen für Menschen beispielsweise in Flüchtlingscamps zu generieren. Dabei muss allerdings klar sein, dass Cash for Work nur an den Symptomen ansetzt; solche Programme sollten nicht die einzige Perspektive für Schutzsuchende in der Region bleiben. Außerdem muss gewährleistet sein, dass Vorhaben konflikt- und kontextsensitiv gestaltet sind, kritisches Monitoring und Evaluation von Programmen und ihrer Wirkung nach dem Grundsatz „do no harm“ ist unverzichtbar.

Was die Bekämpfung von Fluchtursachen betrifft, so sieht die bisherige Bilanz der Bundesregierung ziemlich düster aus. Statt an den strukturellen Ursachen von Flucht anzusetzen und die eigene Handels- Entwicklungs- und Außenpolitik danach auszurichten, doktert die Bundesregierung allenfalls an den Symptomen rum, oder noch schlimmer – setzt auf Abschottung und den Rückgang der Zahl von Schutzsuchenden, die in Deutschland ankommen.

Ernst zu nehmende Ansätze der Fluchtursachenbekämpfung können nicht kurzfristige Erfolge versprechen, auch nicht mit viel Geld. „Viel hilft viel“ funktioniert weder in der Konfliktprävention, noch in der Entwicklungszusammenarbeit.

Stattdessen braucht es langfristige und nachhaltige Kooperationen, die gute Regierungsführung, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte in den Fokus rücken.

 

Die Zeit berichtet vom sogenannten „Cash for Work“ Programm der Bundesregierung und greift dabei Luises Bewertung auf.