Besuch in der neuen GU Gardelegen

Die neue Gemeinschaftsunterkunft inmitten von Gardelegen (Sachsen-Anhalt) bietet für etwa 30 Asylsuchende einen Ort, in dem Familien für durchschnittlich sechs Wochen Zuflucht finden. In Gesprächen mit MitarbeiterInnen und Zuständigen der GU wurde Luise über Struktur, Aufbau und die teils heiklen Bedingungen (wie beispielsweise der Unterfinanzierung) aufgeklärt. Bei dem Rundgang durch die frisch sanierte Steinbaracke ergriff Luise die Möglichkeit, die Flüchtlingsgeschichte aus erster Hand zu erfahren. Sie fragte eine junge Frau nach dem Schicksal ihrer palästinensischen Familie aus Syrien – und ob sie ein Foto schießen dürfe: „Mumkin?“

Flüchtlingsunterkunft in Gardelegen Mai 2014

Am „Runden Tisch“ traf sie BewohnerInnen aus Ort und Umgebung, darunter auch engagierte, junge SchülerInnen, die sich für eine Verbesserung der prekären Situation der Asylbewerber stark machen. Es wurde einhellig zur Sprache gebracht, dass der Alltagsrassismus an diesem Ort als extrem, massiv und generationsübergreifend empfunden wird – „hier muss viel passieren.“ Es muss tatsächlich viel passieren. Jedes Engagement, jede Handlung im Sinne der Flüchtlinge, ist umso mehr eine kostbare Bereicherung für die Schutzsuchenden und darf von keiner Seite blockiert oder untergraben werden. Denn jeder Moment, in dem der Blick auf den Seiten ruht, verrückt den Fokus und verdrängt, worum es geht: Das gemeinsame Anliegen, den Flüchtlingen zu helfen.