Zur Aufnahme von Kindern aus den griechischen Hotspots

Die Ankündigung des Bundesinnenministers er wolle die humanitäre Aufnahme von Flüchtlingen aus Griechenland fortführen ist überfällig. Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass die Bundesregierung angesichts der zig Tausenden, die unter katastrophalen Bedingungen  auf den griechischen Inseln ausharren müssen, Wort hält und das Anfang März beschlossene Aufnahmekontingent von 350 Menschen zügig umsetzt. 

Stattdessen durften zuletzt nicht einmal mehr diejenigen Personen einreisen, die Verwandte in Deutschland und im Rahmen des Familiennachzugs ein Anrecht darauf haben, nach Deutschland zu kommen. Das ist – bei allem Verständnis für Pandemie bedingte Herausforderungen – schlicht nicht nachvollziehbar. Vor rund zwei Monaten war die Aufnahme von 47 Kindern aus den griechischen Hotspots noch möglich. Nun aber, so das Innenministerium, sei dies aufgrund der Corona-Pandemie nicht mehr ohne Weiteres möglich. Das macht keinen Sinn. Ich erwarte vom Bundesinnenminister, dass er seinen Worten Taten folgen lässt und dass die Bundesregierung ihrer humanitären Verpflichtung endlich nachkommt. Mehrere Kommunen und Bundesländer, zuletzt konkret Thüringen,  haben immer wieder ihre Aufnahmebereitschaft deutlich gemacht. Auch vor diesem Hintergrund ist die wochenlange Untätigkeit des Bundesinnenministers absolut unverständlich.

Luises Statement wurde vonT-online aufgegriffen.

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