Presseerklärung: Ausbildungsgarantie für junge Flüchtlinge

Zum Voschlag der CSU, das Bleiberecht für junge Flüchtlinge während der Ausbildung auszuweiten, erklären Beate Walter-Rosenheimer, Sprecherin für Jugendpolitik und Ausbildung und Luise Amtsberg, Sprecherin für Flüchtlingspolitik:

„Die Wandlung der CSU vom Saulus zum Paulus ist schon bemerkenswert. Seit Jahren wettern die Christsozialen polemisch gegen Zuwanderer und gießen damit Öl ins Feuer der fremdenfeindlichen Deutschtümeleien von PEGIDA und Co.

Fordert die Partei nun die Ausweitung des Bleiberechts für junge Flüchtlinge in einem Atemzug mit schnelleren Abschiebungen, wirkt dies doch eher unglaubwürdig. Man möchte sich verwundert die Augen reiben. Trotzdem liegt die CSU ausnahmsweise nicht ganz daneben.

Tatsächlich brauchen gerade junge Flüchtlinge dringend eine gesicherte berufliche Perspektive. Eine gute Ausbildung ist der Grundstein für ein selbstbestimmtes und sicheres Leben und die zentrale Voraussetzung für die Teilhabe an der Gesellschaft. Ein gesichertes Bleiberecht ist nicht nur menschlich geboten, sondern auch ökonomisch sinnvoll. Wer die Bildungsrepublik ausruft und eine Kultur des Willkommens fordert, darf sich nicht hinter schönen Worten und politischen Taktierereien verstecken.

Zurecht verweisen Arbeitgeber- und Kammervertreter mit Blick auf den Fachkräftemangel seit Monaten auf die negativen wirtschaftlichen Folgen einer verfehlten Asylpolitik. Es ist absurd, wenn hochmotivierte junge Menschen durch unsinnige Einschränkungen im Asylrecht daran gehindert werden, eine Ausbildung erfolgreich abzuschließen.

Wir Grünen fordern deshalb eine echte Ausbildungsgarantie für junge Flüchtlinge. Eine solche Garantie muss auf die spezifischen Anforderungen oft traumatisierter junger Menschen antworten, die unter größten Strapazen ihre Heimat verlassen mussten. Neben dem gesicherten Aufenthaltsstatus müssen deshalb eine intensive Sprachförderung, umfassende sozialpädagogische und psychologische Unterstützungsangebote und der gleichberechtigte Zugang zu den Leistungen des BAföG sichergestellt werden.“