Freiwillige im ökologischen, kulturellen und politischen Jahr besuchen Luise in Berlin

Amtsberg_Luise BPA Fahrt 24.-26.11.14 Flüchtlinge, Klimaschutz, Welternährung – alles Themen, die die Gruppe von 50 Personen aus Schleswig-Holstein, fast alles Freiwillige im Ökologischen, Kulturellen oder Politischen Jahr, umtrieb. Die Gruppe reiste auf Einladung von Luise Amtsberg von Niebüll mit der Bahn an und besuchte als erstes die Veranstaltung des Bundesministeriums für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit  „Eine Welt – Unsere Verantwortung“ zur Zukunftscharta. Leider konnten wir nicht wie geplant unmittelbar bei der Übergabe der Zukunftscharta für Klimaschutz an Bundeskanzlerin dabei sein, sondern lediglich einer Lifeübertragung im Fernsehen beiwohnen. Im Anschluss wurden die Stände auf dem Markt der Möglichkeiten besucht. Kritisch merkten die Teilnehmer an, dass bei einigen der Spiele und Aktionen nicht auf Nachhaltigkeit geachtet wurde, so gab es für ein Spiel Armbänder mit elektronischen Chips. .Zukunftscharta Der Besuch des Bundestags am nächsten Tag war besonders interessant, weil wir der Plenardebatte zum Haushalt beiwohnen konnten, und neben Dietmar Bartsch von der LINKEN auch Sven-Christian Kindler und Minister Wolfgang Schäuble erlebten. Das anschließende Gespräch mit der einladenden Abgeordneten Luise Amtsberg und ihrer Mitarbeiterin Julia Löffler drehte sich in erster Linie um Flüchtlingsschutz. Einige der jungen Leute sind selber als ehrenamtliche Helfer aktiv und bedauern die geringe finanzielle Unterstützung des Bundes für die Kommunen. Eine wichtige Frage war auch die nach den Menschen, die vor den Folgen des Klimawandels fliehen und noch fliehen werden. Sehr kritisch wurde gesehen, dass die so genannte erste Welt hier ihrer Verantwortung in keiner Weise gerecht wird. Am Nachmittag setzten sich die politischen Diskussionen rund um die Themen Klimaschutz, Landwirtschaft, Tierhaltung und Ökologie in der Bundesgeschäftsstelle der Grünen fort. Sehr begrüßt wurde, dass die Grünen sich gerade auf dem Bundesparteitag an vorrangegangenen Wochenende der gesunden und gerechten Ernährung annehmen werden. Während der Stadtrundfahrten und auf dem Weg zu allen Terminen lernten wir eine Menge über die Geschichte und den Städtebau in Berlin. Stadtführer Stefan Feldhaus ist ein profunder Kenner der Entwicklungen in Berlin nach dem Mauerfall. So wissen wir jetzt, dass der Prenzlauer Berg mittlerweile der Bezirk mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen der Stadt ist und dass es in Kreuzberg tatsächlich ein Wohnhaus gibt, in dem die Wohnungseigentürmer ihre Autos mit dem Aufzug mit bis vor die Wohnungstür nehmen. In der neuen Synagoge in der Oranienstraße wurden wir sehr eindrücklich und ausführlich über die Geschichte der Juden in Berlin und die Hintergründe des Judentums aufgeklärt. Das fast 140 Jahre alte jüdische Gotteshaus war einst die größte und bedeutendste Synagoge Deutschlands. In der Pogromnacht 1938 wurde die Neue Synagoge in Brand gesetzt. Der Chef des Polizeireviers am Hackeschen Markt konnte jedoch die zündelnde SA zum Abzug bringen und ließ das Feuer löschen. Dass die Sittenpolizei der Nazis über mehrere Jahre das jüdische Archiv im Keller untergebracht hat und dort ihr Unwesen trieb, ist nur eines der bewegenden Details, die wir dort zu hören bekamen .Centrum Judaicum2 Auch im Umweltministerium war die Nähe zur Geschichte Berlins deutlich zu spüren – immerhin beherbergt der Bau den einzigen überdachten Mauerrest der Stadt. Die Diskussionen drehten sich auch dort vornehmlich um den Bereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit und darum, wieso der Naturschutz so häufig das Nachsehen gegen die starke Lobby der Landwirtschaft hat .Busfahrer Temmel (Bilder Bundestag udn Kirsten Thiemann)