Unterwegs in Nordfriesland

Die grüne Bundestagsabgeordnete Luise Amtsberg bereiste Nordfriesland, da der Landesteil Schleswig neben Kiel, und Rendsburg-Eckernförde Teil ihres Wahlkreises ist.

 

Auf Föhr lud sie gemeinsam mit dem Ortsverband der Grünen zu einer Sprechstunde für Bürgerinnen und Bürger ein. Hierbei ging es insbesondere um Fragen der Unterbringung und Unterstützung von Flüchtlingen. „Ich bin beeindruckt vom großen Engagement einzelner Bürgerinnen und Bürger für die Föhrer Flüchtlinge. Es ist nicht selbstverständlich, dass sich auf einer Insel jemand findet, der Persisch spricht und bereit ist, ehrenamtlich Flüchtlinge zu unterstützen und ihnen die deutsche Sprache beizubringen. Dass die betreffende Dame dann auch noch bereit ist, die Lehrmittel aus eigener Tasche zu bezahlen, ist fast beschämend. Zum Glück wird es hier alsbald Abhilfe geben.“ so Luise Amtsberg.

 

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Bürgersprechstunde bei schönem Wetter in Wyk auf Föhr

 

Es ging aber auch um aktuelle Fragen nach Krieg und Frieden und den pazifistischen Wurzeln der grünen Partei. Beides kam auch bei der Abendveranstaltung in den Räumlichkeiten des BUND zur Sprache und auch am nächsten Abend bei einer Veranstaltung des Grünen Kreisverbandes in Husum war klar, dass die Flüchtlingspolitik nicht von der weltpolitischen Lage zu trennen ist – die 29jährige ist flüchtlingspolitische Sprecherin der Fraktion und Mitglied des Innenausschuss, des Petitionsausschuss und des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. „Die Bundesregierung setzt auf eine Verschärfung des Asylrechts, so schreibt der Gesetzentwurf der GroKo zum Asylbewerberleistungsgesetz die menschenunwürdige Behandlung von Flüchtlingen fort.“

 

Usche und Lui

Im Gespräch: Usche Meuche und Luise Amtsberg

 

Um die konkrete Unterstützung gerade von Flüchtlingskindern ging es bei einem Termin in Husum beim Kinderschutzbund Nordfriesland. Dieser betreibt u.a. eine Kita mit Schwerpunkt Spracherwerb für Kinder deren Muttersprache nicht Deutsch ist und bietet Husumer Grundschulkindern mit seinen Horten Orte, an denen sie nach dem morgendlichen Deutschunterricht in der Schule nachmittags mit vielen anderen Kindern die Sprache in Spiel und Freitzeit vertiefen können. „Ich bin beeindruckt, was der Kinderschutzbund hier auf die Beine stellt. Der Wunsch, dass es eine gezielte, intensive Hausaufgabenbetreuung zum Deutschlernen und auch einen Anlaufpunkt für jugendliche und erwachsene Flüchtlinge geben soll, ist legitim. Ich hoffe, dass ein geeigneter Ort gefunden werden kann.“ resümiert Luise Amtsberg.

Eng war auch mit der grünen Kreistagsfraktion und dem Kreisverband bei einer Mitgliederversammlung am Abend. Auch hier war die Lage der Flüchtlinge das beherrschende Thema. „Nordfriesland fiel schon zu meiner Zeit als Landtagsabgeordnete als Kreis auf, in dem es relativ gut läuft. Dass sich der Kreistag entschlossen hat, das Resettlement-Programm zu unerstützen und den Nationalen Integrationsplan umzusetzen ist lobenswert. Ich bin gespannt, wie es nun weitergehen wird, nachdem die Arbeitskreise zwei Jahre gearbeitet haben. Dass Runde Tische zum Thema Integration dort entstehen sollen, wo es sie noch nicht gibt, ist ein weiterer sinnvoller Schritt“.

 

KMV

Austausch mit der grünen Kreistagsfraktion

 

Der letzte Tag ihres Nordfrieslandbesuches war fast komplett den Friesen gewidmet. Luise Amtsberg ist in der Fraktion auch für die nationalen Minderheiten zuständig – traditionell ist dies einE Schleswig-HolsteinerIn in der Bundestagsfraktion, da bei uns drei der vier nationalen Minderheiten leben. Die Bundestagsabgeordnete traf im Friisk Hüs in Bredstedt mit Vertretern und Vertreterinnen des Friesenrates, der Friisk Foriining, des Nordfrisk Instituuts und des nordfriesischen Vereins zusammen. Diese beklagten den großen Unterschied in der Förderung der nationalen Minderheiten durch die Bundesregierung, bei der die Friesen nur einen Bruchteil der Förderung der Sorben erhalten. Ein Wunsch wäre auch eine größere Präsenz der Friesischen Sprache im öffentlichen Rundfunk. Hier könnte eine Beteiligung im Rundfunkrat des NDR hilfreich sein. Luise Amtsberg versprach, sich mittels einer Anfrage an die Bundesregierung zu wenden.

 

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Austausch mit Vertretern und Vertreterin der Friesischen Minderheit: Marlene Kunz (Nordfriesisches Institut), Bahne Bahnsen (Friisk Foriining), Luise Amtsberg (Grüne MdB), Manfred C. Nissen (Nordfriesischer Verein), Foto: Frank Nickelsen (Friesenrat)

 

Konkret wurde die Bedeutung des Friesischen für sie dann noch einmal in der Risum Skole in Risum-Lindholm sichtbar. In dieser kleinen dänischen Grundschule mit Gemeinschaftsschulteil wird auf Dänisch, Friesisch und Deutsch unterrichtet und die Stärkung eines internationalen Bewusstseins spielt eine große Rolle. Deshalb arbeitet Risum Skole eng zusammen mit anderen ethnisch-kulturellen Minderheiten in Europa.

 

Jörgen Jensen Hahn und Luise

Schulleiter Jörgen Jensen Hahn berichtet von der Riskum Skole

 

 

Den Abschluss bildete ein Besuch des Nationalparkhauses in Husum, bei dem der Leiter der WWF-Wattenmeerstelle, Dr. Hans-Ulrich Rösner, sich viel Zeit nahm, Luise Amtsberg die internationale Bedeutung des Naturraumes Wattenmeer für seine menschlichen, tierischen und pflanzlichen Bewohner, aber auch für die trilaterale Politik und den Naturschutz nahe zu bringen. Der Nationalpark Wattenmeer war bislang selten ein Thema im Bundestag, dennoch ist sein Schutz weit mehr als ein Landesthema.

 

Hu und LUi

Dr. Hans-Ulrich Rösner vom WWF und Luise Amtsberg im Gespräch