Luises Statement zur qualitativen Studie über Geflüchtete

Die Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung bestätigt, was wir aus den Erfahrungen derer, die in den vergangenen Monaten mit Flüchtlingen gearbeitet haben, wissen. Flüchtlinge sind hochmotiviert, wollen arbeiten, die Deutsche Sprache lernen und eine gute Bildung für ihre Kinder. Auch zeigt die Studie, dass Deutschland aufgrund seiner Bildungschancen und demokratischen Strukturen zum Zielland wurde. Vom Mythos der massenhaften Integrationsverweigerung, den die Bundesregierung mit dem jüngst beschlossenen Integrationsgesetz versucht hat glaubhaft zu machen, findet sich in dieser Studie nichts. Im Gegenteil: Die Studie ermutigt und schafft eine Grundlage für eine engagierte Integrationspolitik.

Die Studie zeigt aber auch, dass in den bürokratischen Strukturen erhebliche Defizite bestehen, die die Integration von Flüchtlingen hemmen. Die Bringschuld liegt nicht bei den Flüchtlingen sondern in den staatlichen Strukturen. Trotz des überbordenden Verfahrensstaus beim BAMF, zeigt sich die Bundesregierung aber nicht bereit, zum schriftlichen Verfahren für syrische Flüchtlinge zurückzukehren oder das Dublin-Verfahren, das aufwendig und wenig erfolgreich ist, zumindest zeitweise auszusetzen. Flüchtlinge sind keine homogene Masse sondern kommen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen und Fähigkeiten. Diesem muss Integrationspolitik Rechnung tragen. Die Bundesregierung macht den großen Fehler, Flüchtlinge nach ihrer prozentualen Bleibeperspektive zu unterteilen. Dies führt dazu, dass Menschen, die Asyl bekommen haben, über Jahre hinweg von Sprachkursen und Arbeit abgeschnitten werden. Die Hürden beim Zugang zum Arbeitsmarkt müssen komplett abgebaut werden und Sprachkurse müssen vom ersten Tag an für alle zugänglich gemacht werden. Nur so wird man dem Grundrecht auf Asyl Rechnung tragen und langfristig den Fachkräftemangel in Deutschland abbauen.

Die FAZ hat das Thema aufgegriffen und Luise kommentiert. Den Beitrag könnt Ihr hier nachlesen.

Den Link zur Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung findet ihr hier.