Kindern und Jugendlichen kulturelle Teilhabe ermöglichen – das Werftparktheater Kiel

Am 9. März 2021 traf sich Luise mit den Schauspieler*innen des Werftparktheaters in Kiel.

Das Kinder- und Jugendtheater hat sich mit dem Manifest der Assitej, der Internationalen Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche an Luise gewandt. Dieses Manifest fordert die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen an Kunst und Kultur. Ziel ist es, jedem Kind und jedem Jugendlichen in Deutschland die Möglichkeit zu eröffnen, mindestens zweimal im Jahr ein Kinder- und Jugendtheater zu besuchen. Dabei bezieht sich die Assitej auf die Artikel 13 und 31 der UN-Kinderrechtskonvention, die Deutschland ratifiziert hat.

Die Manifest forderte dies insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Pandemie. „Gerade jetzt wird sichtbar, wie dringlich es ist, für jedes Kind die gleichen Chancen und Teilhabemöglichkeiten zu schaffen und wie notwendig es ist, die Welt für alle Kinder gesund und nachhaltig zu gestalten. Kunst und Kultur spielen für unser Zusammenleben eine zentrale Rolle. Sie ermöglichen es uns, gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen unsere Phantasie zu nutzen, um eine Welt zu schaffen, in der wir gemeinsam besser leben.“

Die Grüne Bundestagsfraktion setzt sich sowohl für die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz ein, als auch für die Teilhabe junger Menschen. Das hat einen gewichtigen Grund: Kinder haben ganz eigene Bedürfnisse und eigene Rechte, denn sie sind keine kleinen Erwachsenen. Die Pandemie hat gezeigt, dass Kinderrechte in politischen Entscheidungen mit bedacht werden, aber nicht die herausragende Stellung einnehmen, die den besonderen Entwicklungsbedarfen der Kinder gerecht wird. Das muss sich ändern.

Bereits im Juni 2019 haben die Grünen einen Gesetzentwurf vorgelegt, der die Rechte von Kindern im Grundgesetz stärken soll.  Auch die große Koalition hat sich nun am Ende der Wahlperiode  endlich auf einen Vorschlag für eine  Grundgesetzänderung verständigt, den die  Bundesregierung  als Gesetzentwurf  beschlossen hat. Die vorgeschlagene Ergänzung ist allerdings deutlich schwächer als der grüner Gesetzentwurf und fällt hinter die Vorgaben der UN-Kinderrechtskonvention, hinter die Europäische Grundrechtecharta und die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes zurück.

Kinder und Jugendliche in politische Prozesse einzubinden fordert die grüne Bundestagsfraktion ebenfalls. Sie sollten an der Gestaltung ihrer Welt beteiligt werden. Dabei ist für Luise kulturelle Bildung kein „nice-to-have“, sondern ein zentraler Bildungsauftrag, der gestärkt werden muss.

Im Gespräch wurde deutlich wie schwer die Last der Pandemie auf den Schultern junger Menschen liegt. Doch nicht nur die Verletzlichkeit und Benachteiligung von Kindern in der Pandemie wurde hervor gehoben, auch die Unsicherheiten der Schauspieler*innen und Kunst- und Kulturschaffenden im Allgemeinen wurden thematisiert. Nur eine Förderungspolitik, die auf Nachhaltigkeit und Verlässlichkeit setzt und Planungssicherheit garantiert kann Zukunftsängsten und Unsicherheiten entgegentreten. Die Forderung der Schauspieler*innen nach Zeit, Raum und Sichtbarkeit ist berechtigt – wir brauchen Kultur für eine freie und demokratische Gesellschaft.