Haftpflichtversicherungskosten für Hebammen unbezahlbar

Uns erreichten eine Reihe von Anfragen aus Schleswig-Holstein zur Situation der Hebammen: die Bundestagsfraktion ist ebenso wie die Landtagsfraktion SH am Thema dran. Auf Initiative der Grünen Landtagsfraktion gab es nun eine Bundesratsinitiative. Im Zuge dessen gab es dann eine unsägliche Debatte im Bundestag zum Antrag unserer Bundestagsfraktion (siehe Anhang, er wurde in die zuständigen Ausschüsse überwiesen).

Bei der Debatte wurde mit Halbwahrheiten nur so um sich geworfen – eine befreundete Hebamme meinte „Der Bundestag gebärt Blödsinn“. Das Problem, dass es nun keine Versicherung mehr gibt, die künftig die Haftpflichtversicherung von in der Geburtshilfe tätigen Hebammen übernimmt, ist nur ein Teil der unguten Entwicklung. Die anderen Teile sind die erbärmliche Entlohnung von Hebammen (vor 10 Jahren musste eine Hebamme fünf Geburten im Jahr begleiten um die Kosten für ihre Haftpflichtversicherung erarbeitet zu haben, heute sind es 25 Geburten) und die Tendenz, kleinere Geburtsstationen zu schließen und letztlich alles auf einige wenige, richtig große Geburtsstationen zu konzentrieren. Unterdessen steigt die Kaiserschnittrate immer weiter an.