Austausch mit Renate Treutel, der Kieler Bürgermeisterin und Stadträtin für Bildung, Jugend, kreative Stadt und Kultur

Luise tauschte sich am 11. Januar 2021 mit Rente Treutel aus zu den Themen Bildung und Jugendgerechtigkeit in Zeiten einer Pandemie. Für Luise als Bundestagsabgeordnete ist es besonders wichtig im Gespräch mit der kommunalpolitischen Ebene zu bleiben, um eine optimale Vernetzung zu gewährleisten. Gute Politik auf Bundesebene hat immer auch eine Auswirkung auf die Kommunen.

Luise und Renate trieb die Frage um, wie man Kindern, die nun schon viele Wochen lang auf den direkten Kontakt mit Lehrer*innen und anderen Kindern verzichten müssen, Hilfe anbieten kann, wenn diese benötigt wird. Kiel ist im deutschen Durchschnitt im Bereich der Schulsozialarbeit gut ausgerüstet, ebenso bei der offenen Jugendhilfe. Im Moment steht beim Home Schooling allerdings vor allem der Aspekt der Wissensvermittlung im Vordergrund, Sozialarbeiter*innen können mit Kindern nicht so einfach in Kontakt treten wie außerhalb des Lockdowns. Jugendhilfepolitik ist auch Sozial- und Bildungspolitik. Sie muss präventiv ausgerichtet sein, dann ist sie noch freiwillig und ohne Zwang. Kiel ist hier gut aufgestellt und hat finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt.

Es gibt in der Pandemie viele Wissenschaftler*innen, die sich um Gesundheitsaspekte oder die Zukunft der Wirtschaft kümmern. Sie finden in der Öffentlichkeit Gehör. Schön wäre es, wenn noch mehr die Bildungswissenschaftler*innen zu Wort kämen, die unsere Bildungspolitik nochmal auf den Prüfstand stellen. Solche Debatten werden allerdings vom Bildungsministerium nicht angestoßen, sondern einfach vor sich hinverwaltet. Unser jetziges Bildungssystem ist jedoch nicht zukunftsträchtig. Unsere Bildungsministerin ist nicht untätig, aber völlig visionslos, dabei sollte Schule immer beides sein: Lebens- und Lernort.