Grüne Berufe zum Anfassen – Ein Berufsinformationstag für Geflüchtete

Lui_RundeAuf Luises Initiative fand am 22. April fand im Regionalen Bildungszentrum – Fachrichtung Gartenbau in Kiel ein Berufsinformationstag für Geflüchtete statt. Die Schüler des RBZ erklärten die verschiedenen Fachrichtungen der Gartenbauberufe und ließen die Flüchtlinge gleich mit anpacken: An verschiedenen Stationen konnten typische Aufgaben der Arbeit wie Pikieren, Bäume pflanzen und Pflastersteine legen, ausprobiert werden. Dabei konnten die Teilnehmer gleich feststellen, ob eine Ausbildung in diesem Bereich eine Option für sie ist, denn das proklamierte Motto des Gartenbauverbandes spricht Bände: Nur die Harten kommen in den Garten! Sat1 regional hat Luise dabei begleitet. Hier könnt ihr reinschauen!

Ein selbstbestimmtes Leben geht einher mit Verantwortung übernehmen – auch finanzielle Verantwortung für sich selbst. Die Einbindung von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt ist dabei eine essentielle Aufgabe. Gibt sie doch berufliche Perspektiven und damit Halt und Sicherheit.

Gerade jungen Leuten, die zu uns geflohen sind, muss sich die Frage stellen, welche Berufsausbildung sie aufnehmen möchten. Dabei sind die Kenntnisse des deutschen Ausbildungssystems eine erste Herausforderung – ein System, dass es in den seltensten Fällen in anderen Ländern gibt. Das bekommen auch Geflüchtete zu spüren, die in ihrer Heimat bereits mit beiden Beinen fest im Beruf standen – zum einen ist die Anerkennung von Abschlüssen problematisch, zum anderen gibt es in den jeweiligen Heimatländern häufig keine formalisierte Ausbildung für den Beruf in dem sie gearbeitet haben – und damit eben auch keinen Abschluss.

 

Grund genug für Luise aktiv zu werden. Nach einem Gespräch mit dem Vertretern des Fachverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Schleswig-Holstein e. V. zeigte sich, dass der Verband Interesse an Nachwuchsförderung hat. Es entstand die Idee, einen Berufsinformationstag für Geflüchtete zu initiieren. Die Initiative stieß auf rege Begeisterung. Gemeinsam mit dem Kieler RBZ – Abteilung Gartenbau und Floristik, dem Gartenbauverband Nord und der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein wurde ein gemeinsamer Termin gesucht und gefunden.

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Am Freitag, den 22.04.2016, versammelten sich die rund 60 interessierten Teilnehmer am RBZ 1 – Außenstellen Kiel-Steenbek. Die Schüler des RBZ hatten sich alle Mühe gegeben einen interessanten Ablauf zu organisieren. An den neun Stationen fanden sich neben den vorbereiteten praktischen Aufgaben auch eigens illustrierte Plakate, die den Inhalt der Stationen trotz eventueller sprachlicher Barrieren verständlich machen. Die Teilnehmer durchliefen interessiert den Parcours, gruben ihre Hände in frische Erde, säten Pflanzen, steckten Blumen zu Sträußen, kletterten in Bäume und pflanzten Neue. Einige von ihnen arbeiteten auch bereits im gärtnerischen Bereich und interessierten sich besonders für eine Art der Aufzucht, die es in ihren Ländern nicht gibt – die im Gewächshaus. Hier stellt sich die Frage, inwieweit Möglichkeiten geschaffen werden können, bestehende Berufserfahrung in einen in Deutschland anerkannten Ausbildungsberuf zu integrieren und in einen anerkannten Abschluss münden zu lassen.

Blumen_pflanzenDie Veranstalter zeigten sich äußerst zufrieden mit dem Verlauf und freuten sich, so viele engagierte Menschen für die gärtnerischen Berufe zu begeistern. Der erste Schritt ist also getan. Dazu sagt Luise: „Wichtig ist vor allem, die vielen bürokratischen Hürden für kleine Betriebe, die Flüchtlinge ausbilden möchten, zu beseitigen. Außerdem brauchen sowohl die Geflüchteten als auch die Ausbildungsbetrieb die Sicherheit, nicht abgeschoben zu werden.“

 

 

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