500 Milliarden Plastiktüten

Wie kann man Plastik im Alltag vermeiden oder verringern? Was kann man gegen die riesigen Müllteppiche im Meer unternehmen? Wie gelingt es, VerbraucherInnen zu sensibilisieren, auf Plastik zu verzichten und auf Alternativen umzusteigen?

Mit diesen Fragen hat sich der BUND-Föhr in einem Symposium auseinandergesetzt. Mit Vorträgen vom Nationalparkzentrum Wyk auf Föhr, der Wyker Dampfschiff-Reederei, PAPSTAR GmbH, EDEKA, „Unverpackt“ und Krabbenfischer Henning Dulz hat man unterschiedliche Blicke auf das Thema gewagt.

Als Meeresmüll bezeichnet man alles, was nicht ins Meer gehört und dort nicht seinen natürlichen Ursprung hat. Starke Strömungen verdichten immer Meer Müll zu kleinen und großen Müllinseln, die tief ins Meer und weit über das Meer hinausragen.

2010 wurden 300 Millionen Tonnen Plastik verarbeitet, 500 Milliarden Plastiktüten pro Jahr produziert. Rund 5.000 bis 26.000 Plastikteile pro km2 schwimmen in unseren Meeren, 70% davon haben sich am Meeresboden abgelagert, rund 100.000 Meeressäuger verenden jährlich am Plastikmüll. Ein weiteres Problem stellt der Mikromüll dar. Mikromüll landet direkt im Meer weil es nicht von Kläranlagen rausgefiltert werden kann und geben zudem chemische Additive ab, zB Flammschutzmittel, Weichmacher, Farbstoffe oder UV Stabilisatoren. Viele Kosmetika enthalten Mikroplastik – der BUND hat einen Einkaufsführer online gestellt, in dem detailliert aufgelistet ist, welche Produkte Mikroplastik verwenden.

Viele weitere Projekte wurden vorgestellt – unter anderem diese:

  • Müll, der von den Fischern quais als „Beifang“ aus dem Meer rausgefischt wird, kann mittlerweile in vielen Häfen kostenfrei abgegeben und muss nicht wie vorher kostenpflichtig entsorgt werden.
  • Krabbenfischer arbeiten an Alternativen zu Plastikschnüren, die das Netzende schützen und häufig durch Abnutzung im Meer landen
  • in München hat die Unternehmerin Karin Schüler ihren Laden zur „plastikfreien Zone“ erklärt und verkauft dort Produkte zum plastikfreien Leben
  • im Kieler Laden „Unverpackt“ kann man alle Dinge des täglichen Bedarfs lose einkaufen und in mitgebrachten Behältnissen abfüllen
  • der EDEKA-Markt in Sankt Peter verzichtet seit dem Sommer auf Plastiktüten
  • die Wyker Dampfschiff-Reederei ist mit dem blauen Engel zertifiziert und versucht auch, ihren Plastikmüll zu reduzieren

 

Föhr 18.11.14