Sofortige Freilassung des Menschenrechtsverteidigers Günal Kurşun

Zur Festnahme von Professor Dr. Günal Kurşun erklärt Luise:

Ich bin in großer Sorge um Günal Kurşun und fordere seine sofortige Freilassung. Er wurde zynischerweise bei einem Menschenrechtsworkshop in Istanbul verhaftet. Mit ihm festgenommen wurden acht weitere Menschenrechtsverteidiger*innen, darunter auch die Generalsekretärin von Amnesty International Türkei, Idil Eser, und 2 Trainer*innen, darunter ein Deutscher.

Allen Inhaftierten wurde entgegen des türkischen Rechts länger als 24 Stunden der Kontakt zu Angehörigen und einem Anwalt verweigert.

Ich habe für Herrn Dr. Kurşun eine Patenschaft im Rahmen des „Parlamentarier schützen Parlamentarier“-Programms des Deutschen Bundestags übernommen. Anfang des Jahres habe ich ihn in der Türkei getroffen und stehe in engem persönlichem Austausch zu ihm.

Günal Kurşun hat sich über viele Jahre als engagierter Menschenrechtsverteidiger verdient gemacht. Er ist Mitglied und Mitbegründer der türkischen Sektion von Amnesty International und Vorsitzender der “Human Rights Agenda Association“ (HRAA, Insan Hakları Gűndemi Derneği). Herr Kurşun war als Juraprofessor an der Çukurova Universität in Adana tätig bis er wie Tausende andere gleich nach Erlass des Notstandsdekretes 675 Ende Oktober 2016 entlassen wurde – ohne Nennung von Gründen. Seit dem 22. Mai 2017 wird ihm jetzt in Adana der Prozess gemacht, den ich als Abgeordnete eng begleitet und beobachtet habe. Ihm wird vorgeworfen „Propaganda in Pressemitteilungen und Kolumnen zu machen“. Hintergrund ist seine Arbeit als Kolumnist für die Zeitung „Today’s Zaman“ – einer von rund 150 seit dem Putschversuch geschlossenen Medien in der Türkei.

Ich erwarte von der Bundeskanzlerin, dass sie sich bei dem Zusammentreffen mit dem türkischen Präsidenten Erdogan im Rahmen des G-20 Gipfels für die Freilassung des Menschenrechtsverteidigers Günal Kurşun einsetzt.

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