Luise reist in die Türkei

Im Rahmen einer Innenausschussreise besucht Luise die Türkei und kommt vor Ort mit zahlreichen Akteuren zu den Auswirkungen der EU-Türkei-Vereinbarung ins Gespräch.

Mehr als 2,8 Millionen registrierte syrische Flüchtlinge leben inzwischen in der Türkei – die Hälfte von ihnen sind Kinder und Jugendliche. 190.000 syrische Flüchtlingskinder sind in den vergangenen Jahren in der Türkei geboren. Die Türkei ist damit das größte Aufnahmeland für Flüchtlinge weltweit. Geflüchtete Menschen werden auf insgesamt 81 türkischen Provinzen aufgeteilt. Der größte Teil von ihnen, rund 440.000 Menschen, lebt in Istanbul. Da registrierte syrische Flüchtlinge einer Residenzpflicht unterliegen, ist das Verlassen des Aufenthaltsortes sanktioniert. Aus diesem Grund lassen sich viele syrische Flüchtlinge nicht registrieren. Die tatsächliche Zahl syrischer Flüchtlinge in der Türkei dürfte daher noch deutlich höher liegen. Viele der syrischen Flüchtlinge leben in prekären Umständen. Über 400.000 syrische Kinder werden noch nicht beschult in der Türkei. Bezogen auf die Versorgung und Betreuung der Flüchtlinge fehlt es an allen Ecken und Enden. Auch wenn die türkische Regierung einen wichtigen Richtungswechsel hin zu der Erkenntnis, dass man syrische Flüchtlinge aufgrund der Lage in Syrien dauerhaft integrieren muss, vollzogen hat, mangelt es an Bildungsangeboten, Gesundheitsversorgung, sozialer Absicherung und Qualifizierungsmaßnahmen. Für die rund 340.000 nicht-syrischen Flüchtlinge (vornehmlich aus Irak, Afghanistan, Somalia und Iran) stellt sich die Lage noch dramatischer dar, da Menschen aus diesen Herkunftsländern keinen oder nur beschränkt Zugang zu den Unterstützungsprogrammen haben.

 

Luises vollständigen Bericht findet ihr hier.

Da die dramatische Lage auf den griechischen Inseln in direkter Verbindung zur EU-Türkei-Vereinbarung steht, ist der Reisebericht von Luises Kollegin Katja Keul, die zeitgleich die Ägäisinsel Lesbos besucht hat, ebenfalls interessant. Ihren Bericht findet Ihr hier.

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