Internationaler Hebammentag: Ohne Hebammen geht es nicht!

Zum internationalen Hebammentag am 5. Mai erklärt Luise Amtsberg:

Ohne Hebammen geht es nicht. Die Politik muss deshalb die nötigen Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass der Beruf weiterhin attraktiv bleibt. Hebammen brauchen gute Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung.

Vom Recht auf eine freie Wahl, wie und wo Frauen ihre Kinder zur Welt bringen, kann schon lange nicht mehr die Rede sein. In Nordfriesland haben die Kreißsäle auf Föhr und in Niebüll sowie die Geburtshilfestation auf Sylt schließen müssen, so dass Mütter vor der Geburt in sogenannten Boardinghäusern auf dem Festland ihre Kinder zur Welt bringen müssen – weit weg von der Familie und anderer Unterstützung.

Wir fordern daher die Bundesregierung auf, die Situation der Hebammen schnellstmöglich zu verbessern. Nur so kann die wohnortnahe Versorgung von Schwangeren weiterhin sichergestellt werden, auch auf den Nordseeinseln. Geburtshilfe kann, gerade in einem Flächenland wie Schleswig-Holstein, nicht überwiegend nach wirtschaftlichen Kriterien betrieben werden. Auf Sylt kam es seit der Schließung der Geburtshilfe immer wieder zu ungeplanten Geburten auf der Insel (es ist von annähernd 30 Geburten die Rede), weil der Weg zum Festland so weit ist.

Die grüne Bundestagsfraktion will, dass Hebammen, die sich in unterversorgten Regionen niederlassen, einen Zuschlag erhalten. Außerdem wollen wir sicherstellen, dass jede Schwangere während wesentlicher Phasen der Geburt 1:1 durch eine Hebamme betreut werden kann. Dafür muss ausreichend Personal in den Kreißsälen vorhanden sein.

Hebammen müssen in Kreißsälen häufig mehrere Geburten gleichzeitig betreuen. Einzelne Kliniken, besonders in Ballungsräumen, müssen Schwangere abweisen, weil die Kreißsäle überfüllt sind. Für die Wochenbettbetreuung müssen Frauen in manchen Regionen lange nach einer Hebamme suchen. Dies wollen wir durch ein verpflichtendes Personalbemessungsinstrument für Kreißsäle erreichen. Um natürliche Geburten zu fördern, wollen wir die Anreize für unnötige Kaiserschnitte in den Kliniken senken und die Einrichtung von hebammengeleiteten Kreißsälen fördern.
Weitere grüne Vorschläge für eine gute Geburtshilfe gibt es hier.

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